Zeitungsartikel der Allgemeinen Zeitung v. 06.08.2016

Die Allgemeine Zeitung Bad Kreuznach hat am 06.08.2016 den nachfolgenden Artikel in der Rubrik Lokalsport Bad Kreuznach veröffentlicht. Hier gelangen Sie zum dem Artikel (mit Bild), der auch online verfügbar ist.

 

Tischtennis Bad Kreuznach 06.08.2016

Im Sommer mit anderen Vorlieben

Von Heidi Sturm

 

TISCHTENNIS Die Zeit zwischen den Runden vertreiben sich die Spieler des SG Frei-Laubersheim sehr unterschiedlich

FREI-LAUBERSHEIM – Tischtennis im Winter, Tennis im Sommer? Ist das der typische Jahreskalender der Zelluloid-Sportler? Auf den ersten Blick scheint es naheliegend, denn schließlich wirken die Sportarten doch sehr ähnlich, mit dem vermeintlich einzigen Unterschied, dass im Sommer mit Ball, Schläger und Spielfläche alles ein bisschen größer ist. „Da gibt es doch schon einige grundlegende Unterschiede mehr“, erläutert Pressesprecher Heinz Marzell von der SG Frei-Laubersheim/Hackenheim/Winzenheim, dass es für Tischtennis im Gegensatz zu manchen anderen Sportarten keine „Sommer- und Winterversion“ gebe.

Und so überbrücken die rund 80 Aktiven zwischen acht und knapp 80 Jahren die lange Sommerpause von Ende April bis Anfang September ganz unterschiedlich nach ihren persönlichen Vorlieben. Rund 20 trainieren tatsächlich durch – nicht nur die ambitionierten Sportler, sondern auch die „positiv Tischtennis-Verrückten“, die einfach nicht genug von ihrem Sport bekommen können.

Halle ist immer geöffnet

Vorteil ist dabei die vereinseigene Halle des TuS Frei-Laubersheim, die im Gegensatz zu Schulturnhallen immer geöffnet ist. „Da kann man dazu kommen, wann man will, es sind auch im Hochsommer immer drei vier Tische besetzt“, zeigt lachend SG-Vorsitzender Ossi Stumpf auf die vor schweiß tropfenden Spieler an den grünen Platten. Er selbst kommt mit seinen 77 Jahren auch oft genug direkt von seiner schön klimatisierten Firma in die brütend heiße Halle, um sich hier fit zu halten. Auch die anderen alten Herren, mit denen er in der aktiven Vierermannschaft fast 320 Jahre an die Platte bringt, kommen regelmäßig – wenn nicht gerade zu Hause der Rasen gesprengt werden muss oder gar zu kreislaufbelastendes Wetter herrscht.

Früher, vor 50, 60 Jahren habe man ohnehin ganz selbstverständlich im Sommer weiter gespielt: „Da gab es ja nichts anders“, erinnert sich Stumpf. Im Italienurlaub hatte er allerdings am Strand stets Boccia und Tischtennis gespielt und auch etliche Pokale abgestaubt. Das war aber nur „just vor fun“, mit leichter Meeresbrise kann nun einmal nicht ernsthaft Tischtennis gespielt werden. Auch der elfjährige Elias Eifler trainiert intensiv und mit Begeisterung durch: „Wenn man sich als Kaderkind entwickeln will, kann man sich keine langen Ferien leisten“, erläutert Sportwart Mattias Edinger. Allerdings bekommt das Nachwuchstalent von Trainerseite her zwei, drei Wochen Tischtennispause zum Abschalten „verordnet“. Dann powert sich Elias beim Fußball in der TSG Sprendlingen aus, wo der Papa Trainer ist.

Einige der Tischtennisspieler nutzten die Sommerpause auch tatsächlich zum Tennis, etwa Christoph Gres und Manuel Rausch. Die spielen dann die Filzkugel mit viel Rotation und Unterschnitt, eher mit wedelndem Handgelenk statt aus dem Unterarm heraus und ärgern mit den unberechenbaren Bällen mitunter schon einmal die technisch sauber agierenden Gegner. Wegen der Unterschiede in der Spielweise haben die beiden früher immer einen strikten Cut vor dem Sportartwechsel vollzogen. Heute spielt man wegen der Familie nicht mehr ganz so intensiv und lässt auch bewusst einmal Sonntage frei.

Aktivurlaub im Ausland

Auch Aktivurlaub im Ausland ist angesagt: Kristof Bielinski, Spielführer der ersten Mannschaft, fährt dreieinhalb Wochen nach Panama und absolviert dabei ein zweiwöchiges Trainingslager. Dort hat er sich bei einem Urlaub vor drei Jahren mit ein paar einheimischen Tischtennis-Spielern angefreundet und verbindet jetzt einen Besuch mit Erlebnistour und der Saisonvorbereitung, für die es sonst zu knapp würde. „Die Spieler dort sind alle viel kleiner und haben mich anfangs für einen Basketballer gehalten“, schmunzelt Bielinski. Mannschaftskamerad Holger Schwierz, Nummer 1 im Verbandsoberliga-Team zieht es in die Höhe: „Der besteigt einen Vulkan“, schmunzeln die Kameraden über den Gipfelstürmer, der auch schon am Kilimandscharo und im Himalaya Touren gemacht hat und der im Winter als Skilehrer aktiv ist.

Strikte Tischtennis-Abstinenz gönnt sich Heinz Marzell: „Ich muss einfach einmal loslassen, weil ich sonst in der Runde vielleicht keine Lust mehr zum Spielen hätte.“ Mit ein bisschen entspanntem Laufen oder Kicken hält er sich fit und weckt so die Vorfreude, sodass er rechtzeitig wieder mit Lust zum Tischtennisschläger greift.

 

 


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